Chef de famille

Brehima Coulibaly kommt gerade von seinen abgeernteten Feldern zurück. Es ist noch früh am Morgen. Der Hof ist gefegt; morgendliche Stille, die Türen sind noch geschlossen.

Diesen Hof im Ortsteil Dissoumana bewohnen die Coulibalys, Bauern wie ihre Nachbarn auch, seit Generationen. Brehima Coulibaly hat als chef de famille alles in der Hand und im Kopf. Die Überlieferungen der Vergangenheit gibt er an seine Kinder weiter.

Seine Felder liegen nicht mehr als einen Kilometer entfernt. Diese Saison hat er auf einem Hektar Mais angebaut, auf einem halben Hektar Hirse und auf weniger als einem halben Hektar Erdnüsse. Brehima Coulibaly besitzt einen Pflug und zwei Zugochsen.

Seine beiden Frauen haben für den Eigenverbrauch Erdnüsse angebaut, Assitan Touré, die erste (Bild unten links), auf einem halben Hektar, Kadiatou Doumbia, die zweite (Bild unten rechts), auf einem Viertel Hektar. Die Felder pflügen ist Sache des Mannes, säen und jäten ihre eigene.

Vor Kadiatou Doumbias Hütte steht ein neuer Speicher für ihre Erdnussernte; den Lehm dafür haben die Kinder gebracht, gebaut hat sie ihn selbst und den Lehm gestrichen; das ist Frauensache. „Keine große Arbeit“, sagt Brehima, „das kann eine Frau alleine. Damit habe ich nichts zu tun.“  Seine erste Frau verwahrt ihre Erdnussernte in Säcken. Beide Frauen grüßen und gehen wieder an ihre Arbeit. Assitan Touré hat mit ihrer Wäsche zu tun. Kadiatou Doumbia bereitet Couscous vor.

An jedem Markttag gibt Brehima Coulibaly seinen beiden Frauen je 2.000 FCFA (3 Euro) für den Einkauf der condiments, den Zutaten zur Soße für die ganze Woche. „Was dann noch fehlt, können sie selbst dazu tun.“ Die Mahlzeiten bereiten die beiden Frauen im Wechsel, jede an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

Brehima Coulibaly ist 67 Jahre alt. Die Schule in Siby hat er bis zur achten Klasse besucht. Er spricht gut französisch. In jungen Jahren war er zwei Jahre lang als Wanderarbeiter in der Elfenbeinküste unterwegs.

 

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18 / Juni 2018