Tomati

„Tomaten anbauen ist Männersache“, sagt Souleymane Koné (Bild unten rechts). Eben hat er seine Tomatenernte dieser Woche an die Großhändlerin Salimata Camara (Bild unten links) verkauft: 15 Maß (= Korb) à 3.000 FCFA, das macht zusammen 45.000 FCFA, knapp 70 Euro. – „Tomatenanbau ist Sache von Männern, aber auch von Frauen“, sagt Brehima Coulibaly, „sofern die Frau einen Mann zur Hand hat, der die Tomaten bewässert“.

Jetzt im Januar herrscht Winter im Sahel. Die Temperaturen fallen nachts unter zwanzig Grad. Die Luft ist knochentrocken. Der letzte Tropfen Regen ist im September gefallen. Die Tomaten reifen zwischen Januar und März. Tomatenpflanzen sind täglich und absolut gleichmäßig zu bewässern.

Bei ihm in Samanko, einem Dorf dreißig Kilometer südwestlich von Siby, erstreckt sich die Tomatenernte über vier Wochen. Souleymane Koné hat auf einem halben Hektar Tomaten angebaut. „Die Ernte ist gut, aber die Preise sind schlecht.“ Am Samstag, den 5. Januar, gab es für die ersten Tomaten 6.000 FCFA pro Korb. Heute, eine Woche später, am 12. Januar, bekommt er nur noch 3.000 FCFA. In der kommenden Woche werden es nur noch 2.000 FCFA sein.

Salimata Camara kommt jede Woche aus Bamako, um auf dem Wochenmarkt von Siby en gros einzukaufen, derzeit Tomaten; en détail verkauft sie diese je sechs Stück à 50 FCFA (0,75 Euro) auf dem Tagesmarkt von Niamacoro, einem Stadtteil von Bamako, wo die Frauen in kleinen und kleinsten Mengen die Zutaten für die tägliche warme Mahlzeit erstehen, denn aufbewahren können sie nichts.

Pro Maß bleiben Salimata Camara nach Transport- und Nebenkosten zwischen 1.000 und 1.500 FCFA (1,50 bis 2,25 Euro). Ihr Risiko ist groß: Tomaten sind verderbliche Ware.

Die Tomate kam mit den Kolonialherren nach Afrika. In den afrikanischen Sprachen – wie in den meisten europäischen auch – gibt es keinen anderen Namen, als den, den die Maya ihr gaben. Die Bambara nennen sie tomati.

 

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31 / Januar 2019