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Sind die Karité-Nüsse schließlich trocken, entfernt Korotoumou Doumbia die äußeren, inzwischen schwarz gewordenen Hüllen und siedet die Kerne danach im Wasser. Dazu braucht sie ihren größten Topf und lange Prügel von Brennholz. Die mussten erst mal herangeschafft werden.

Als nächstes sind die Kerne zehn, zwölf Tage lang zu trocknen, das heißt: in der Sonne auszubreiten. Regen vertragen sie jetzt nicht mehr; notfalls muss Korotoumou sie mit Planen abdecken.

Anschließend kommen die Kerne auf einen oben offenen Lehmofen. Dort werden sie  vierundzwanzig Stunden lang gedörrt. Das erfordert erneut viel Brennholz. Korotoumou deutet mit ihrer Hand an (Bild unten links), bis wohin der Ofen mit Kernen gefüllt ist. Darunter befindet sich die kräftig befeuerte Brennkammer. Dies alles ist mit sehr viel Arbeit verbunden.

In dem gedörrten Zustand lassen sich die Kariténüsse problemlos ein Jahr lang aufbewahren. Mitte August hatte Korotoumou acht Sack davon in ihrem Lager. Bis Ende der Erntesaison sind weitere sechs hinzugekommen; jeder einhundert Kilogramm schwer.

Über die Preise auf dem Wochenmarkt sind die Frauen gut informiert. Ende September brachte das Kilo zwischen 125 und 150 FCFA (22 Cent). Im Jahr zuvor stieg der Preis bis auf das Doppelte.

Haltbar gemachte Kariténüsse dienen den Frauen auch und vor allem als Sicherheit und Notgroschen für die kleinen und großen Katastrophen des Alltags. In Geld ausgedrückt ist Korotoumou Doumbias Vorrat Ende September 300 Euro wert, 22 Euro pro Sack.

 

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43 / Oktober 2019