Boeuf de labour

Es hat gut und gleichmäßig geregnet. Anfang August stehen die Pflanzen auf den Mais- und Hirsefelder halbhoch. Auf den Erdnussfeldern wird gejätet; mit krummen Rücken und der kurzstiligen Hacke oder per Ochsengespann. Frauen- und Kinderarbeit.  Moussa Konaté ist Besitzer von zwei Pflugochsen. Beide hat er von seiner Familie. Jeder ist 200.000 FCFA (300 Euro) wert. […]

Die Mahlzeit

In Afrika isst man weder mit Messer und Gabel, noch mit Stäbchen, sondern mit der Hand, dem wohl gröbsten, aber zugleich sensibelsten Essinstrument: Textur und Temperatur spürt man hautnah und isst nie zu heiß. Gegessen wird mit der rechten Hand. In ihr wird der jeweilige Bissen zu einem Bällchen geformt, das der Daumen in den […]

Oulafè Bourou 2

Bakari Kanté, 45 Jahre alt, betreibt seine Bäckerei seit 15 Jahren in Kalassa. Der Beruf des Bäckers war ihm nicht in die Wiege gelegt. Er lernte das bäuerliche Handwerk auf den Mais- und Hirsefeldern der Familie; eine Schule hat er nie besucht. Mit 25 Jahren ging Bakari Kanté auf eigene Faust in den Senegal „pour […]

Oulafè Bourou

Brot gibt es in Westafrika erst seit der Kolonialzeit, in Mali also etwa seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Weizen wächst nicht, wo es nicht kalt wird. Nur ganz im Norden des Landes, in Timbuktu, hatten die Marokkaner schon hunderte von Jahren zuvor ihren Hartweizen und ihr Fladenbrot eingeführt, die beliebten Takolas.  Das […]

Guena

Über die Rolle des Straßenbaus bei der Modernisierung von Gesellschaften ist viel geschrieben worden. Malis Route Nationale No. 5 von Bamako nach Guinea ist ein lebendiges Beispiel dafür. Die Straßenränder entwickeln sich zu Straßendörfern: Grundstücksmauern und moderne Häuser im Entstehen fast überall, wohin man schaut. Die unberührte dörfliche Wirklichkeit des ländlichen Mali findet sich erst […]

Fani Co

Wo immer man in Mali an ein Flussufer gelangt, am Niger, am Bani, oder an einem der großen Bewässerungskanäle, wie im Office du Niger, drängen sich dort Gruppen meist lärmender, gut gelaunter junger Frauen, um ihre Kleidung (fani) zu waschen (co), das Kochgeschirr und zuletzt auch sich selbst. In Siby und Umgebung gibt es weder […]

Vom Wasser

Zehn Eimer (oder Bidons – Kanister) Wasser à zwanzig Liter, Standartmaß, holt Moussocoura Djiarra jeden Morgen an der öffentlichen Zapfstelle, die reichen dem Haushalt für einen Tag. Das Wasser eines Eimers kommt in den großen Tonkrug am Eingang des Hauses. Daraus kann jeder seinen Durst löschen: Erwachsene, Kinder, Besucher. Zum Kochen braucht sie einen Eimer Wasser, […]

Segui guilana

Das Dorf Guena liegt auf dem Mandingo-Plateau, der Hochebene, sieben Kilometer von Siby entfernt. Ein steiniger Weg führt steil bergauf, am berühmten Fels-Bogen des Kamandjan vorbei. Oben auf dem Plateau angelangt, rollt man auf einer gut befahrbaren Piste in den Ort. Es ist später Vormittag. Unterwegs sieht man einzelne Frauen, mit Körben oder Schüsseln auf […]

Benkadi 2

Die Erdnussernte hat in der zweiten Oktoberhälfte begonnen und dauert bis Ende November. In Haus und Hof erledigen die Frauen jetzt nur das Notwendigste. Kurz vor Mittag machen sie sich auf den Weg zu den Feldern, unwegsam zu erreichen und oft Kilometer entfernt. Die kleinen Kinder nehmen sie mit. Eine Wegstunde von ihrem Dorf Kalassa […]

Die Märkte des Mandé

Mali ist das Land der Wochenmärkte. Die Markttage einer Region sind aufeinander abgestimmt, denn die Händlerinnen, bedienen jede Woche mehrere Märkte, meist drei. Auch in der Region des Mandé weiß jeder, an welchem Tag an welchem Ort der Markt stattfindet: In Narena (20 km südwestlich von Siby) am Freitag, in Siby am Samstag, in Bankoumana  […]

Soudani

Fatoumata Kamara stellt Seife her, nicht zum Verkauf, sondern zum persönlichen Gebrauch der Familie, ihrer Kinder, ihres Mannes insbesondere ihrer Mutter, die keine andere Seife benutzen mag. Das Rezept zur Herstellung hat sie von ihr übernommen. Mit drei Steinen arrangiert Fatoumata ihre Feuerstelle. Darauf bringt sie in einem gußeisernen Topf Wasser zum Sieden. Darein gibt […]

Subsistenz

Der Alltag der Frauen in Siby spiegelt den Umbruch von der Subsistenzwirtschaft zur modernen Geldwirtschaft. Zum Beispiel Korotoumou Doumbia, Mitte vierzig, nie zur Schule gegangen, mit vierzehn Jahren als zweite Ehefrau ihrem fünfzehn Jahre älteren Ehemann angetraut, Mutter von sechs Kindern und an harte Arbeit gewohnt. Die wirtschaftliche Basis ihres Lebens ist die Subsistenzwirtschaft: der […]