Forgeron

Söhne von forgeron (Schmiede), so die Tradition, müssen das Schmiede-Handwerk erlernen, bevor sie einem anderen Beruf nachgehen können. Auch Boubacar Kanté, heute Bäcker (Blog 61), kann schmieden. Die kleine Werkstatt neben der Bäckerei gehört der Familie.

Die daba, die kurzstielige traditionelle Hacke, ist in Mali das Universalgerät für alle Feldarbeit. Übers Jahr ist die Nachfrage nach dabas gering, aber in der Regenzeit, wenn alle auf den Feldern arbeiten, steigt sie sprunghaft. Dann ist in der Schmiede am meisten los. Die alten dabas werden repariert, aber vor allem stellt man neue her. Zwei Tagen pro Woche wird geschmiedet, wenn es not tut auch mal mehr. An den anderen Tagen sind auch die Schmiede auf dem Feld. 

Modibou Kanté, 32 Jahre alt, ist nie zur Schule gegangen. Er stammt aus der gleichen Familie wie der Bäcker. Seit er acht Jahre alt war, ist er seinem Vater zur Hand gegangen und hat das Schmieden nach und nach von ihm gelernt. Anfangs durfte er nur den Blasebalg bedienen.

Ein Kilogramm Eisen kostet in Bamako 500 FCFA (75 Cent) daraus lassen sich vier dabas herstellen. Modibou kann zehn dabas am Tag fertigen. Die kleine kostet komplett mit Stiel 1.500 FCFA (2,25 Euro), die große 2.500 FCFA (3,75 Euro). 

Heute schnitzt sein Bruder die kurzen Stiele aus Ästen der afrikanischen Eiche. Nach dem Schnitzen wird der Stiel noch geglättet. Für beides zusammen braucht er eine halbe Stunde.

Das Holz für die Stiele sucht er von den Bäumen Gueni oder Wolo (afrikanische Eiche) auf dem Plateau des Gebirges selbst zusammen, zwei Stunden Fußmarsch. Jeder darf hier Äste abhacken. Bakari Kanté holt jeweils so viele, wie er auf dem Kopf nach Hause tragen kann: zehn Stück.

Forgeron
Forgeron

64 / September 2021