Kabatiké

In Siby und Umgebung ist Mais das gängigste Getreide und kommt am häufigsten auf den Tisch: morgens als Grütze, abends als fester Brei mit grüner oder Erdnusssoße. Auf Bambara nennt man den Mais Kaba und dessenErnte Kabatiké. Mais und  Hirse verkauft man nicht. Beide dienen der Subsistenz, also einzig dazu, die Familie zu ernähren

Wie alle Grundnahrungsmittel (Hirse, Reis, Sorghum) bauen nur Männer Mais an. Der Tradition nach ist es am Mann, die Familie zu ernähren; heute jedoch kaum mehr möglich.

Ende November sieht man auf den abgeernteten Maisfeldern die zum Trocknen aufgestellten Garben. Jetzt werden die Kolben abgenommen und an einer günstigen Stelle aufgehäuft. Als erstes werden die besten Kolben für das Saatgut der nächsten Saison aussortiert.

Heutzutage wird der Mais maschinell gedroschen: mit einer von Hand zu füllenden mobilen Dreschmaschine. Unten rieseln die sauberen Maiskörner in eine Schüssel, seitlich fliegen die gehäckselten Kolben und Blätter heraus. Geld haben die Bauern zu dieser Jahreszeit nicht. Jeder zehnte Sack geht in das Eigentum des Vermieters der Schälmaschine über; der Mietpreis.

Die Körner lässt man noch einen Monat lang trocknen. Dann lagert man den Mais ein, entweder in Säcken oder im kleinen familieneigenen Speicher, dem grenier, dessen Öffnung man gegen Schädlinge mit Lehm verschmiert. 

Kabatiké
Kabatiké
Kabatiké

67 / Dezember 2021