Zusammenarbeit und Herausforderungen – die Anfänge in Siby

Das CAAS trägt das „S“ in seinem Namen wegen Siby: Centre Agro-Alimentaire à Siby. Ursprünglich sollte das Zentrum dort entstehen, nachdem die malische Verwaltung ein Gelände von fünf Hektar aus staatlichem Besitz angeboten hatte.
Bald zeigte sich jedoch, dass die Situation komplizierter war: In Mali gibt es weder Grundbuch noch Kataster, und viele Flächen sind mit alten, oft über Generationen weitergegebenen Nutzungsrechten belastet, teils aus vor-kolonialer, teils aus kolonialer und teils aus der Zeit seit der Unabhängigkeit Malis. Daraus ergaben sich unübersichtliche Ansprüche, die trotz intensiver Bemühungen nicht geklärt werden konnten.
In den Jahren 2018 und 2019 investierte das CAAS zunächst in den Ausbau von Campus und Annex in Siby. Als sich der Konflikt um das vorgesehene Gelände zuspitzte, zog das CAAS im Frühjahr 2020 die Konsequenz und gab den Standort in Siby auf.
Begegnung mit Kalassa

Bereits 2017 hatte das Dorf Kalassa Kontakt zum CAAS aufgenommen. Ein Sturm hatte das Dach der Grundschule abgedeckt, und mit Unterstützung des Vereins Häuser der Hoffnung e.V. konnte die Schule wieder aufgebaut werden. Diese schnelle Hilfe begründete ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Dorf und dem CAAS.
Als das CAAS später neue Flächen für seine Arbeit suchte, bot Kalassa zwei Grundstücke an:
- ein Hektar mitten im Dorf für den Schulgarten,
- fünf Hektar zerklüftetes Gelände am Rand des Berges, direkt an der Nationalstraße gelegen.
Die Flächen wurden dem CAAS unentgeltlich überlassen. Im Gegenzug gab es kein Geld, sondern die Aussicht auf Unterstützung in Fragen der Dorfentwicklung.
Mit der Entscheidung für Kalassa erhielt das CAAS einen festen Standort, der von der Dorfbevölkerung getragen wird. Für Kalassa bedeutete die Partnerschaft in den folgenden Jahren sichtbare Verbesserungen: Beschäftigungsmöglichkeiten, eine bessere schulische Versorgung, eine Gesundheitsstation, eine Wasserversorgung und vieles mehr.
Die Zusammenarbeit hat sich für beide Seiten bewährt und bildet bis heute die Grundlage der Arbeit des CAAS.