Fin Fin

Fin Fin (wörtlich: schwarz, schwarz) nennen nur noch die Alten die Holzkohle. Heute hat sich die französische Bezeichnung durchgesetzt: charbon. Auf den Wochenmarkt von Siby kommt diese hauptsächlich aus westlich in Richtung Guinea gelegenen Dörfern. Seine Sammelstelle neben der Asphaltstraße betreibt Abdoulaye Traoré gegenüber dem Dorf Tabou. Männer und Frauen bringen ihm die Säcke aus […]

Boyôro

Auf dem Weg nach Guinea öffnet sich südwestlich des Mandingo-Gebirges eine nur spärlich erschlossene weite Buschlandschaft. Von der Asphaltstraße aus verlaufen kleine Pisten in nah gelegene Dörfer und von denen schmale Pfade in den tieferen Busch, wo Fahrzeuge kaum noch hinkommen. Vom Dorf Kodaba führt ein Feldweg zu einem Platz mit zwei größeren und zwei […]

Benkadi

In Mali finden sich vielfältige Formen der Zusammenarbeit innerhalb der Großfamilien. Benkadi, „harmonisches Miteinander“, nennen dreizehn Frauen im Dorf Kalassa ihren Zusammenschluss. Sie alle gehören zur Familie der Konaté. Gemeinsam bestellen die Frauen ihre Felder (die sie aber individuell bewirtschaften), gemeinsam ernten und schälen sie  die Erdnüsse, gemeinsam sammeln und verarbeiten sie  die Karité-Nüsse und […]

Lôko

Korotoumou Doumbia steht an der Ecke des offenen Hofs ihrer Familie vor einem hohen, locker geschichteten Stapel Feuerholz (auf Bambara Lôko). Den hat sie im Februar Tag für Tag auf den Feldern der Familie ihres Mannes hinter dem Hügel zusammengetragen, ausgenommen waren der Donnerstag, da kocht sie für die Großfamilie, und der Freitag, le jour […]

Griotte 2

„Die chefferie hat immer einen griot oder eine griotte“, sagt Djenebou Koné. „Die überbringen die Nachrichten; ohne die ist keine Zeremonie denkbar.“ Kendja Soumaro ist Djenebou Koné’s griotte seit diese vor mehr als einem halben Jahrhundert im Alter von vierzehn Jahren verheiratet wurde. Das ergab sich so, weil Djenebou’s Ehemann zur Familie des Dorfchefs gehört […]

Griotte

So wie Kendja Soumaro ihr Alter beschreibt, ist sie Anfang der 1940iger Jahre in eine Familie von forgerons (Schmieden) geboren, im Dorf Narena, einige Kilometer westlich von Siby. Als sie heiratete, zog sie zu ihrem Mann nach Siby. Sie ist Mutter von fünf Kindern. Ihr verstorbener Ehemann war Bauer und zugleich griot (Barde). Er schlug […]

Fourana

Gefegt wird morgens und abends, immer in gebückter Haltung. Mit kurzem Besen wird das Innere der Hütte vom Staub befreit. Nach einem Monat ist der Fourana abgenutzt. So nämlich heißt der Handbesen aus den elastischen Halmen des festen Saran Grases (auf Malinke), sida stipulata. Dieses Gras wächst im Busch. „In der Gegend wo die Mangobäume […]

Maternité

Im Centre de Santé, dem Gesundheitszentrum von Siby, leitet Anne Marie Keita die Entbindungsstation. Sie ist Anfang dreißig und stammt aus Kati. Nach dem Abitur absolvierte sie am Institut National de formation ancienne de la Santé eine dreijährige Ausbildung zur Hebamme. Eigentlich wollte sie Ärztin werden. Ihr Ehemann ist Arzt in Kati. Mit ihrer gemeinsamen […]

Karité 2

Sind die Karité-Nüsse schließlich trocken, entfernt Korotoumou Doumbia die äußeren, inzwischen schwarz gewordenen Hüllen und siedet die Kerne danach im Wasser. Dazu braucht sie ihren größten Topf und lange Prügel von Brennholz. Die mussten erst mal herangeschafft werden. Als nächstes sind die Kerne zehn, zwölf Tage lang zu trocknen, das heißt: in der Sonne auszubreiten. […]

Kalassa

Das Dorf Kalassa liegt gleich hinter Siby an der Nationalstraße nach Guinea. Sein Name ist weit über die Grenzen des Mandé hinaus bekannt. Aus Kalassa stammte einer der berühmtesten Jäger Malis, „Kalassa Bagui“, der hier am Fuß des Mandingo-Gebirges im Jahr 2005 seine letzte Ruhestätte fand. Die Kinder aus Kalassa gingen früher in Dissoumana zur […]

Karité 1

Kein anderer Baum kommt in der malischen Savanne so häufig vor wie der Karité-Baum. Er wächst langsam. Sein hartes Holz ist wertvoll. Er sät sich selbst aus. Er ist Teil der Allmende. Jeder kann die Nüsse sammeln. Befindet sich der Baum auf dem Feld einer Familie, so gehört er dieser. Nur sie darf ihn beschneiden […]

Baobab

Der Baobab (Affenbrotbaum) ist das Wahrzeichen des Sahel, wenn nicht Afrikas. Diese dickleibigen, knorrigen, weitverzweigten Bäume werden hunderte von Jahren alt und können einen Umfang von vielen Metern erreichen. Ihr Holz selbst ist nutzlos, alles andere dagegen wertvoll: die Rinde, die Blätter und die Früchte. Baobabs finden sich überall in der Savanne und im Sahel. […]