Benkadi 2

Die Erdnussernte hat in der zweiten Oktoberhälfte begonnen und dauert bis Ende November. In Haus und Hof erledigen die Frauen jetzt nur das Notwendigste. Kurz vor Mittag machen sie sich auf den Weg zu den Feldern, unwegsam zu erreichen und oft Kilometer entfernt. Die kleinen Kinder nehmen sie mit. Eine Wegstunde von ihrem Dorf Kalassa […]

Die Märkte des Mandé

Mali ist das Land der Wochenmärkte. Die Markttage einer Region sind aufeinander abgestimmt, denn die Händlerinnen, bedienen jede Woche mehrere Märkte, meist drei. Auch in der Region des Mandé weiß jeder, an welchem Tag an welchem Ort der Markt stattfindet: In Narena (20 km südwestlich von Siby) am Freitag, in Siby am Samstag, in Bankoumana  […]

Soudani

Fatoumata Kamara stellt Seife her, nicht zum Verkauf, sondern zum persönlichen Gebrauch der Familie, ihrer Kinder, ihres Mannes insbesondere ihrer Mutter, die keine andere Seife benutzen mag. Das Rezept zur Herstellung hat sie von ihr übernommen. Mit drei Steinen arrangiert Fatoumata ihre Feuerstelle. Darauf bringt sie in einem gußeisernen Topf Wasser zum Sieden. Darein gibt […]

Subsistenz

Der Alltag der Frauen in Siby spiegelt den Umbruch von der Subsistenzwirtschaft zur modernen Geldwirtschaft. Zum Beispiel Korotoumou Doumbia, Mitte vierzig, nie zur Schule gegangen, mit vierzehn Jahren als zweite Ehefrau ihrem fünfzehn Jahre älteren Ehemann angetraut, Mutter von sechs Kindern und an harte Arbeit gewohnt. Die wirtschaftliche Basis ihres Lebens ist die Subsistenzwirtschaft: der […]

Fin Fin

Fin Fin (wörtlich: schwarz, schwarz) nennen nur noch die Alten die Holzkohle. Heute hat sich die französische Bezeichnung durchgesetzt: charbon. Auf den Wochenmarkt von Siby kommt diese hauptsächlich aus westlich in Richtung Guinea gelegenen Dörfern. Seine Sammelstelle neben der Asphaltstraße betreibt Abdoulaye Traoré gegenüber dem Dorf Tabou. Männer und Frauen bringen ihm die Säcke aus […]

Boyôro

Auf dem Weg nach Guinea öffnet sich südwestlich des Mandingo-Gebirges eine nur spärlich erschlossene weite Buschlandschaft. Von der Asphaltstraße aus verlaufen kleine Pisten in nah gelegene Dörfer und von denen schmale Pfade in den tieferen Busch, wo Fahrzeuge kaum noch hinkommen. Vom Dorf Kodaba führt ein Feldweg zu einem Platz mit zwei größeren und zwei […]

Benkadi

In Mali finden sich vielfältige Formen der Zusammenarbeit innerhalb der Großfamilien. Benkadi, „harmonisches Miteinander“, nennen dreizehn Frauen im Dorf Kalassa ihren Zusammenschluss. Sie alle gehören zur Familie der Konaté. Gemeinsam bestellen die Frauen ihre Felder (die sie aber individuell bewirtschaften), gemeinsam ernten und schälen sie  die Erdnüsse, gemeinsam sammeln und verarbeiten sie  die Karité-Nüsse und […]

Lôko

Korotoumou Doumbia steht an der Ecke des offenen Hofs ihrer Familie vor einem hohen, locker geschichteten Stapel Feuerholz (auf Bambara Lôko). Den hat sie im Februar Tag für Tag auf den Feldern der Familie ihres Mannes hinter dem Hügel zusammengetragen, ausgenommen waren der Donnerstag, da kocht sie für die Großfamilie, und der Freitag, le jour […]

Griotte 2

„Die chefferie hat immer einen griot oder eine griotte“, sagt Djenebou Koné. „Die überbringen die Nachrichten; ohne die ist keine Zeremonie denkbar.“ Kendja Soumaro ist Djenebou Koné’s griotte seit diese vor mehr als einem halben Jahrhundert im Alter von vierzehn Jahren verheiratet wurde. Das ergab sich so, weil Djenebou’s Ehemann zur Familie des Dorfchefs gehört […]

Griotte

So wie Kendja Soumaro ihr Alter beschreibt, ist sie Anfang der 1940iger Jahre in eine Familie von forgerons (Schmieden) geboren, im Dorf Narena, einige Kilometer westlich von Siby. Als sie heiratete, zog sie zu ihrem Mann nach Siby. Sie ist Mutter von fünf Kindern. Ihr verstorbener Ehemann war Bauer und zugleich griot (Barde). Er schlug […]

Fourana

Gefegt wird morgens und abends, immer in gebückter Haltung. Mit kurzem Besen wird das Innere der Hütte vom Staub befreit. Nach einem Monat ist der Fourana abgenutzt. So nämlich heißt der Handbesen aus den elastischen Halmen des festen Saran Grases (auf Malinke), sida stipulata. Dieses Gras wächst im Busch. „In der Gegend wo die Mangobäume […]

Maternité

Im Centre de Santé, dem Gesundheitszentrum von Siby, leitet Anne Marie Keita die Entbindungsstation. Sie ist Anfang dreißig und stammt aus Kati. Nach dem Abitur absolvierte sie am Institut National de formation ancienne de la Santé eine dreijährige Ausbildung zur Hebamme. Eigentlich wollte sie Ärztin werden. Ihr Ehemann ist Arzt in Kati. Mit ihrer gemeinsamen […]