Ada Sow lebt mit ihrem Mann in Djinkoro, einem Stadtviertel von Siby. Sie ist 37 Jahre alt und die Mutter von 9 Kindern, 5 Jungen und 4 Mädchen. Ihr ältestes Kind, eine Tochter, ist 25 Jahre alt. „Ich habe sie im Schlafzimmer meiner Schwiegermutter zur Welt gebracht.“ Da war Ada Sow 12 Jahre alt. Auf dem Schoß hält sie ihr 9. Kind und sagt: „Jetzt bin ich müde und will keine weiteren Kinder mehr haben.“
Ada Sow sitzt Tag für Tag am Strassenrand und fritiert Chips aus Süßkartoffeln. „Ich verkaufe zwei Stück für 25 FCFA“ (weniger als 4 Cent).
Heute war der Verkauf nicht gut. Die Wasserstelle gleich nebenan ist kaputt. Deshalb sind keine Kinder gekommen, um an der Pumpe Wasser zu holen und dabei Kartoffelchips zu kaufen. „Alle meine Kunden sind Kinder.“ Vor allem Schüler der Unterstufe. Heute hat Ada Sow nur 650 FCFA (1 Euro) eingenommen.
Adas Sow’s Familie lebt im gleichen Hof wie die Brüder ihres Ehemannes mit deren Familien. „Das Vieh in unserem Kral gehört meinem Mann und seinen Brüdern.“
Ihr Ehemann ist von Beruf Schuhmacher, arbeitet zur Zeit aber nur als Flickschuster. Ihr Ehemann hat keine weitere Frau neben ihr. Beide sind nie zur Schule gegangen.
Jeden Nachmittag sitzt Ada Sow am Straßenrand und verkauft ihre Chips bis die Dunkelheit einbricht.
Gibt es viel Kundschaft nimmt sie an die 2.000 FCFA (3 Euro) ein, wenn es schlechter läuft oft nur die Hälfte.
Auf meine abschließende Frage antwortet sie:
„Über meine Lebensumstände kann ich mich nicht beklagen.“

