In der Karité-Gruppe auf dem Hof arbeiten zusammen:*
Mariam Keita, Karamoko Camaras zweite Frau, 38 Jahre alt, Mutter von vier Kindern, mit ihrer kleinen Tochter.
Nakanie Camara (gelbes T-Shirt), die Tochter der Mitfrau seines Vaters, 30 Jahre alt und Mutter von 5 Kindern. Sie lebt mit ihrem Mann in einem Dorf unweit von Guena, war wegen einer Hochzeit in Guéna und nutzt die Gelegenheit, um die Karité-Nüsse ihrer Mutter zu verarbeiten.
Aissata Camara (schwarzes T-Shirt), die Frau eines seiner jüngeren Brüder; 20 Jahre alt und Mutter eines Jungen.
Sétou Camara (gelbes T-Shirt), die Frau eines weiteren Bruders, 20 Jahre alt und Mutter eines kleinen Jungen.
Bei der Verarbeitung der Karité-Nüsse sitzen die Frauen nicht deshalb zusammen, weil ihnen im Gespräch die Arbeit schneller von der Hand geht, sondern weil eine Frau alleine die Arbeit nicht leisten könnte, d.h. sie müssen dafür zusammen arbeiten, und tun das nach einem Rotationsprinzip: Man verarbeitet an einem Arbeitstag immer die Menge, die eine Frau gesammelt hat. Am nächsten Tag ist die nächste Frau dran, bis alle an der Reihe waren. Der anstrengendste Teil der Verarbeitung von Karité-Nüssen ist das stundenlange Kneten und Rühren der in Wasser aufgeweichten und erhitzten Masse aus getrockneten und zerstossenen Nüssen. Den Prozess sieht man auf den Fotos. Die Technik des Rührens und Knetens mit abgewinkelten Armen ist äußerst effektiv, aber auch ungeheuer anstrengend. Die Frauen schaffen das immer nur für wenige Minuten. Später wird in einem ruhenden Prozess des Filterns das Öl von der sogenannten Karité-Butter getrennt. Beide werden sowohl zum Verzehr als auch zur Hautpflege verwendet.
* Zur Struktur dieser polygamen Großfamilie von Karamoko Camara siehe Blog 119.


120 / September 2026