Karamogo Camara, ein traditioneller Heiler, guérisseur, 53 Jahre alt, ist mit drei Frauen verheiratet. Mit seiner ersten Frau hat er zwei Kinder, mit seiner zweiten Frau neun und mit seiner dritte Frau vier. Seine Mutter stammt aus einem kleinen Dorf namens Balandougou in Guinea, 75 km südwestlich von Guena. „Sie ist eine starke Frau, Bäuerin, stets hingebungsvoll und fleißig.“
Gleich neben seinem Haus hat Karamogo Camara seit zehn Jahren einen Gemüsegarten. Hier baut er auf einem halben Hektar Gurken, Tomaten und Salat an. „Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt und bin glücklich.“
In seinem Haushalt haben die Frauen ein gutes Verhältnis zueinander. „Streit oder Zank gibt es nicht.“ – Und erläutert warum: „Wenn ein Mann verantwortlich ist, müssen die Frauen sich unterordnen, weil ich ihnen gegenüber ausgewogen und gerecht bin.“
Karamogo Camara ist nie zur Schule gegangen. 30 Jahre lang hat er von seinem Vaters (de père en fils ) den Beruf des Heilers gelernt. „Ich kann viele Krankheiten heilen.“ Je nach der Krankheit seiner Kunden geht er in den Busch und holt dort „Mittel gegen Bluthochdruck, Malaria, Diabetes, innere Krankheiten oder Schlaflosigkeit.“ Auch die okkulten Künste sind ihm vertraut. „Wenn jemand Dich mit einem bösen Zauber belegt hat, kann ich Dich davon befreien.“
Seine Heilmittel versendet Karamogo Camara nicht nur innerhalb Malis, sondern auch in die Nachbarländer und selbst bis in die Vereinigten Staaten. Am häufigsten werden Heilmittel nachgefragt wegen „Kinderwunsch, hohem Blutdruck, Impotenz und Diabetes“. Feste Preise habe er nicht, sie orientierten sich an den finanziellen Möglichkeiten seiner Patienten.
Lélé ist der Name des Mittels, das Frauen hilft, Kinder zu bekommen. Es wird aus fünf Blättern einer Pflanze hergestellt, die man in ein Gefäß legt und sieben Tage lang mit Wasser bedeckt hält. Danach trinkt man sieben Tage lang jeden Abend ein Glas dieses Tees. Gerade heute rief ihn eine Frau an, sie sei dank seiner Heilmittel im dritten Monat schwanger und möchte von ihm nun Mittel für eine gesunde Schwangerschaft. „Wenn das Kind ein Junge wird trägt es in der Regel meinen Namen, wird es ein Mädchen, gibt man ihm meist den meiner Mutter.“

