Zusammenarbeit in der Großfamilie

Polygame Großfamilien sind – für den Außenstehenden – komplizierte Gebilde. Das zeigt das Beispiel der Familie des Heilers Karamoko Camara: Sein Vater, Bamba Camara, ehelichte vier Frauen. Die vierte Frau heiratete er erst, als seine erste Frau gestorben war. Er wurde 93 Jahre alt. 

Bamba Camaras erste Frau bekam drei Kinder, seine zweite Frau fünf und seine dritte Frau vier Kinder. Seine vierte Frau blieb kinderlos.

Karamoko Camara hatte somit 11 Geschwister, von denen heute noch zwei Brüder und sechs Schwestern leben. Er ist der älteste Sohn der dritten Frau seines Vaters.

Karamoko Camara selbst hat 3 Frauen und beabsichtigt, eine vierte Frau zu ehelichen, wie es der Islam erlaubt. Mit seiner ersten Frau hat er 3 Kinder, mit seiner zweiten Frau 6 und mit seiner dritten Frau 5 Kinder.

Madian Camara (vorne mit gelben T-Shirt) ist 30 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Djeneba Keita (mit einer roten Schale und ihrem Kind vor ihr) ist die Frau seines älteren Bruders und Mutter von 6 Kindern. Nakanie Keita (gelbes T-Shirt) ist die Tochter seiner Schwester, 30 Jahre alt, verheiratet und Mutter von 5 Kindern. Aminata Camara (im ärmellosen T-Shirt) ist eine jüngere Schwester von Karamoko, 20 Jahre alt, verheiratet und kinderlos. Mallon Keita (rosanes Kopftuch) ist die Frau seines jüngeren Bruders und Mutter von 3 Kindern.

Gemeinsam sortieren die Frauen Erdnüsse, jeweils die eigenen. Die guten zum Saatgut, die weniger guten zum baldigen Verzehr. Sie werden zu Paste verarbeitet, ein Teil davon zum Eigenverbrauch, der andere zum Verkauf. Der Erlös dient für die kleinen Ausgaben der Familie und zur Zahlung der Schulgebühren der Kinder.

Erdnüsse sind Frauensache. Die Frauen arbeiten zusammen, weil die Arbeit so schneller von der Hand geht, sagen sie. Es wird viel erzählt, hin und her geredet in einer entspannten und nachgeraden fröhlichen Atmosphäre. 

Jedes Jahr ist es dasselbe. Es ist Erdnusszeit, bevor die Felder für die Regenzeit vorbereitet werden.

119 / Juli 2026

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